Freitag, 18. Mai 2007

Alltag in Shanghai

die zeit hier in shanghai verfliegt einfach wahnsinnig schnell. ich bin eigentlich fast jeden tag nach der arbeit noch unterwegs und am wochenende natuerlich auch. es gibt so wahnsinnig viel zu sehen und zu erleben und es gefaellt mir immer besser.
ich kann es nur mal versuchen ueber meinen alltag zu berichten, damit ihr wenigstens ein bisschen einblick in mein leben hier bekommt...

in die woche starte ich meist recht gemuetlich. montag und dienstag gehe ich meist in den supermarkt essen usw. einkaufen und am abend mache ich gar nichts bzw. nutze die zeit zum telefonieren oder nur etwas ruhiges, wie dvd's schauen. einmal waren wir schlittschuhlaufen in einem grossen shopping-center. das war echt ganz witzig, weil es draussen schon recht warm war...
mittwoch gehts dann des oefteren in die innenstadt, treffe da freunde und bekannte oder lerne neue leute kennen. meist gehts in eine bar oder irgendwohin zum essen.
donnerstag ist wieder weggehen angesagt. die letzten mal waren wir immer im barbarossa. das ist eine bar im arabischem stil wo es fuer die frauen kostenlose cocktails gibt. es ist echt schoen da und schon eine art "stammkneipe" fuer uns geworden. unter der woche ist weggehen, fuer uns frauen eh eine gute alternative. viele bars oder clubs bieten freigetranke fuer uns maedels an und das duerfen wir uns ja nicht entgehen lassen ;-)

was ich vergessen hatte: ich mache jetzt auch einen chinesisch-kurs mit 2 anderen praktikanten aus unserer firma. jeden dienstag und donnerstag heisst es 2 stunden intensiver chinesisch unterricht. mit ein wenig chinesisch ist das leben hier einfach leichter...und es wird auch von den chinesen gewuerdigt, obwohl die dann einen sofort nach den ersten brocken auf chinesisch zu texten. da kann ich (noch) lange nicht mithalten ;-) ich kann aber sogar schon den taxifahrer zu mir dirigieren und muss ihm nicht mehr meine adresse zeigen *stolz auf mich sei*

nun zum wochenende: abends gehen wir eigentlich immer irgendwohin, entweder feiern oder etwas trinken oder beides nacheinander ;-) hier ist immer etwas los und es gibt unendlich viele moeglichkeiten die nacht zu gestalten. am besten hat mir bis jetzt das attica gefallen. das ist ein club direkt am bund von dessen terasse man einen super blick auf die skyline hat...so laesst es sich feiern und aushalten ;-)
tagsueber muessen dann meistens die batterien wieder aufgeladen werden, zum beispiel bei leckerem essen oder streifzuegen durch die stadt. wir maedels koennen das aber auch mittel shopping und auch da wird man in shanghai vor laeden nur so ueberschwemmt. neben vielen chinesischen boutiquen und westlichen shops gibt es noch 2 besondere (chinesiche) dinge: den fakemarkt und den stoffmarkt.
auf dem fakemarkt bekommt man eigentlich alle sachen, wie kleidung, schuhe, elektronik usw. von namenhaften herstellern zu spottpreisen (selbstverstaendlich erst nach langem handeln). aber es ist eben nur "fake" und ueber die qualitaet streiten sich ebenso die geister...eine, wie ich finde, weitaus bessere alternative ist der stoffmarkt. dort kann man sich alle klamotten einfach schneider lassen, und zwar nach mass! ich habe mir mittlerweile 5 blusen (fuer je 7 euro) und ein kostuem machen lassen. und alles meinen wuenschen und meiner figur angepasst. das ist einfach super und meine neue leidenschaft :-)

nach dem Urlaub

der tag nach dem urlaub begann erst einmal mit einer grossen waschaktion. vielleicht nicht so besonders, denkt ihr, aber ein problem fuer uns auslaender hier in china, da nur mit kaltem wasser gewaschen wird. es gibt auch nicht mehrere waschprogramme, sondern meist nur eins. vor allem weisser waesche wird somit nur schwer sauber. abr es gibt einen trick: man fuegt einfach vor dem start der waschmaschine manuell heisses wasser hinzu. also, ab mit dem eimer unter die dusche (mein duschschlauch ist leidre nicht lang genug) und das 5-6 mal wiederholen. optimal ist sicher etwas anderes, aber hauptsache es funktioniert ;-)
nach dieser aktion, bin ich mit jingli in den ikea. ja, genau, den haben wir auch in shanghai. habe extra meine kamera zum dokumentieren mitgenommen. als wir angekommen sind, habe ich das dann aber doch mit den fotos machen sein gelassen. denn es sieht genaus so aus wie in deutschland, ausser eben mit chinesischer und englischer schrift. aber nichts besonderes...und es gab sogar die typischen hotdogs, die waren sogar noch guenstiger als in deutschland, nur 30 cent :-) in so nen wiener hinein zu beissen war auch mal wieder ganz angenehm...

tja, und abend ging es mal recht frueh ins bett, da ich ja am naechsten morgen wieder auf arbeit musste :-(

Montag, 14. Mai 2007

Hainan-das chinesische Hawai

So, endlich komme ich mal dazu ueber meinen urlaub zu berichten. Das wird sicher auch ein recht langer eintrag, da wir viel erlebt haben.

Dienstag hiess es erstmal sehr zeitig aufstehen. Da waehrend der maiferien laut aussagen von bekannten halb china unterwegs ist, haben wir uns schon recht zeitig auf dem weg zum flughafen gemacht. Und zwar nicht irgendwie mit dem bus oder taxi, sondern mit dem transrapid. Wow, das war echt hammergeil mit so 430 km/h durch die gegend zufahren. So schnell war ichbis jetzt noch unterwegs (ausser in der luft) :-) ist echt ein erlebnis.

Am flughafen angekommen, war der menschenansturm ueberraschend klein so dass wir genug zeit zum einchecken hatten. Und gegen mittag startete dann auch schon unser flieger richtung hainan. Der flug war recht angenehem und das essen war zum glueck auch lecker. Witzig war, dass die chinesen nach der haelfte der zeit angefangen haben, so komische spiele zu spielen. Wir haben natuerlich nichts verstanden, aber es sah nach einer versteigerung aus. War echt lustig. Und kaum haben wir uns versehen, sind wir schon in hainan, besser gesagt haikou (die provinzhaupstadt) gelandet. Dann kam aber schon die erste huerde. Unser enddomizil war naemlich sanya, was so 3 busstunden von haikou entfernt lag. Ein flughafenbus brachte uns zu irgendeiner busstation wo wir dann irgendwie unseren weg zu sanya finden mussten. Zum glueck waren noch ein paar andere auslaender mit den gleichen problemen unterwegs und ein japaner, der schon seit 4 jahren in china lebt hat aufgrund seines guten chinesischs uns zur richtigen busstation geleitet. Die bustickets bekamen wir problemlos und schon ging es richting sanya. Allerdings setzte auf der busfahrt regen ein, der so heftig war, das einige strassen schon unter wasser standen. In sanya angekommen, begann nun der kampf um ein taxi, was bei regen nicht gerade einfach ist. Aber mit ein bisschen ellenbogen-gefuehl haben wir tatsaechlich eines ergattert ;-). leider hatten wir keine grosse ahnung wo genau unser hostel liegt, geschweige eine chinesische adresse. So sind wir erstmal losgefahren und haben versucht die fuer uns verantwortlichen zu erreichen, dann einfach das handy ans ohr des taxifahrers halten und kurz danach waren wir schonda. Nachdem wir unsere schluessel bekommen und unsere zimmer bezogen hatten, sind wir los um etwas essbares zu finden. Es war mittlerweile fast 10 uhr abend, wir hatten keine ahnung wo es etwas gab und sind somit im erstbesten restaurant gelandet. Keine so gute idee im nachhinein. Die kombination, wir kein chinesisch, die kein englisch, die karte nur noch auf russisch (ja, sehrwohl, russen ueberall) machte die bestellung schon schwierig. Mit zeigen und woerterbuch sowie jemand englischsprechendem am telefon haben wir dann huehnchen und krabben bestellt. Das huehnchen wurde quasi vor unseren augen geschlachtet, was v.a. kristina auf den appetit schlug. Im grossen und ganzen war das essen aber doch ganz lecker. Der hammer kam dann mit der rechnung, wir haben sicher das dreifache zuviel bezahlt. Aber was soll man machen, wenn 10 chinesen um einen stehen? Wir werden das naechste mal sicher geschickter an die sache gehen...

Am naechsten morgen sind wir erstmal los um einen supermarkt zu finden um fuer unser fruehstueck einzukaufen. Haben dann sogar eine kleine baeckerei entdeckt, wo es zumindest toastbrot gab. Im supermarkt haben wir bis auf marmelade und schokocreme nichts weiter westliches gefunden. Dafuer aber eine menge kekse, fruechte und getraenke fuer die naechsten tage. Zurueck im hostel gab es erstmal lecker fruehstueck, obwohl es sicher schon nach 12 uhr mittags war ;-) danach ging es ab zum strand, zu dem wir nur 5 minuten laufen brauchten. Dann ab ins meer mit badewannenwarmen wasser und einfach nur faulenzen....am abend ging es an einen anderen, etwas meht touristischeren strand. An der promenade gab es viele staende mit leckerem essen und wir haben uns den bauch vollgeschlagen. Dort haben wir dann auch noch den japaner vom vortag und seinen italienischen freund wiedergetroffen. Die jungs sind dann sogar noch baden gegangen (wohlgemekrt nur in unterhosen :-) ). Mit ein paar cocktails war auch schon der zweite tag vorbei.

Am dritten tag sind wir wieder an den strand, aber nicht der am hostel, sondern den vom abend zuvor. Hier war etwas mehr los und man konnte auch wassersport betreiben. An diesem tag war es total heiss und es gab fast keine wolken am himmel. Die auswirkungen davon sollten wir aber, vor allem ich, dann am abend bzw. die naechsten tage noch zu spueren bekommen....so lagen wir am strand, sind ab und zu ins tuerkisblaue meer, haben kokusnusssaft getrunken oder volleyball gespielt. Und am abend gab es wieder lecker essen von einen der vielen staende. Davor haben wir aber noch einen kurzen abstecher in die innenstadt gemacht und haben die geschaefte erkundet. Wie schon angedeutet, habe ich dann abend gemerkt, dass ich mir einen totalen sonnenbrand geholt hatte. Vor allem meine knie und beine waren knallrot und haben sehr wehgetan. Wir haben zwar aftersun lotion in einer apotheke gekauft, aber das hat nicht viel geholfen. Die nacht war demzufolge recht schlaflos fuer mich.

Am naechsten tag war eigentlich ein trip zu monkey islands, eine insel auf der affen leben geplant, jedoch mustten die anderen drei ohne mich losfahren. Ich konnte eigentlich gar nicht laufen, weil meine beine wehtaten und total spannten. Waehrend sich die anderen auf den weg zur insel machten, blieb ich also im bett und cremte mich abwechselnd ein und machte kalte oberschenkelwickel. Nebenbei habe ich sodoku gespielt, gelesen und mir ein wenig das chinesische fernsehen angeschaut. Da gibt es schon echt witzige sachen zu sehen, auch wenn man nichts versteht. Zumindest habe ich mitbekommen, dass sanya der chinesische ort ist, an dem das olympische feuer angekommen ist. Und das ist ja schonmal was ;-) irgendwann an spaeten anchmittag kamen dann kristina, sven und sebastian zurueck und erzaehlten mir von ihrer spannenden tour die sie mit tollen fotos untermalten. Nachzulesen ist dies (wie auch unser gesamter urlaub) in kristinas blog: http://www.kristina-in-china.blogspot.com/

Abends ging es in ein restaurant in unserer naehe, da ich ja noch nicht so ganz auf den beinen war. Danach sind wir mit so motorraedern mit beifahrer wagen in die stadt um noch etwas zu trinken und zu naschen zu kaufen. In einem pavillon innerhalb unserer anlage haben wir dann den abend gemuetlich ausklingen lassen.

Tag vier begann wieder recht gemuetlich mit einem leckerem fruehstueck. Da es dann leicht mit regnen angefangen hatte, sind wir in die stadt um diese ein wenig zu erkunden. Ein bisschen shopping durfte auch nicht fehlen ;-) kristina und ich haben dann noch einen beautysalon entdeckt und haben uns die naegel fuer je 3€ machen lassen. Das wetter wurde dann auch immer besser, zum strand haben wir es aber nicht mehr geschafft, da wir zu viel zeit in der stadt verbracht haben. Mir war das mit meinem sonnenbrand auch ganz recht ;-) am abend ging es dann zum brisilian barbecue, all you can eat fuer nicht mal 5 euro.

Unser letzer tag auf hainan, fing sehr verregnet an, leider sollte es auch so bleiben. Trotzdem hielt uns das nicht ab an den yalong beach zu fahren, dort sind die ganzen 5-sterne hotel untergebracht und er wird sehr im reisefuehrer angepriesen. Aber eigentlich ist er gar nicht so toll, da war ja unser hotelstrand hundertmal besser. Es gab fast keine palmen und er war, trotz regen, total ueberfuellt. Schnell ging es zurueck nach sanya um nach einer letzten staerkung mit dem bus zum flughafen zu fahren. Die bustickets haben wir schon einen tag eher gekauft und somit gab es keine hektik. Nach 3 stunden busfahrt sind wir dann ohne besondere zwischenfaelle in haikou angekommen und haben dort aber lieber ein taxi zum flughafen genommen. Mit dem bus haetten wir ohne hilfe sicher nicht dahin gefunden. Tja, und das war es dann auch schon. Nach einem entaeuschendem abendessen im flieger von shanghai airlines, sind wir puenktlich gegen mitternacht in shanghai gelandet. Mit dem taxi ging es dann in meine wohnung wo ich sofort todmuede in bett fiel.

Alles in allem war der urlaub sehr schoen, gerade auch weil wir erst 2 wochen in china waren. Allerdings war er nicht so entspannend wie erhofft, vor allem die sonne hat mir sehr zugesetzt. Jetzt, nach einer woche in shanghai geht es meinem sonnenbrand schon viel besser, ich schaele mich nur ueberall und sehe ein wenig gefleckt aus, da nicht alle stellen rot waren :-)

keine angst, ich stelle auch bald mehr fotos online...